Oerliker Park, Zürich-Oerlikon

Beschrieb

Auftrag: Grün Stadt Zürich, Tiefbau- und Entsorgungsdepartement
mit: Zulauf Seippel Schweingruber Landschaftsarchitekten, Baden, Vollenweider Baurealisation, Zürich und Klaus Schneider Bauingenieur, Bachenbülach
Verfahren: Wettbewerb 1996, 1. Preis
Ausführung 1999 – 2001

Stadtpark von 20‘000 m2 im Stadtentwicklungsgebiets Zürich West.
Realisierung des Parks in zwei Etappen vor Erstellung der umgebenden Bauten
Elemente: Baumfeld, Lichtung als Platz, multifunktionaler Pavillon, Brunnen, Aussichtsturm
Interventionszone entlang der Lichtung zur Aufnahme späterer Bedürfnisse der Anwohnenden.

Publikationen:
«Über die Natur des Oerliker Parks» in Anthos, Heft 1/1998
«Hänsel und Gretel in der afrikanischen Savanne» in SI+A, Heft 40/1998
«Kunst, Landschaft, Architektur: Oerliker Park» in Topos, Heft 12/1998
«Ein Gebäude, kein Naturersatz» in Hochparterre, Heft 8/2001
«Fraxinus excelsior in Reih und Glied» in Hochparterre, Heft 12/2001
«angehäufte Entfremdung» in wbw, Heft 9/2006
espacios colectivos, a+t, Heft 26/2005

Preise:
silberner Hase 2002, Auszeichnung von Hochparterre und Schweizer Fernsehen DRS
Auszeichnung gute Bauten der Stadt Zürich 2003
Anerkennung für gute Bauten Kanton Zürich 2003

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Tag 11 – Max-Bill-Platz Auch ein Platz kann Kunst sein – natürlich erst recht, wenn er „Max-Bill-Platz“ heisst. Max Bill (1908-1994) war Zürcher Künstler, Gestalter und Architekt mit internationaler Ausstrahlung. Sein Einfluss auf die zeitgenössische Kunst und sein gesellschaftliches Engagement prädestinieren ihn für die Namensgebung. Somit waren die Ansprüche im Jahr 2004, als die privaten Grundeigentümer zusammen mit der Stadt Zürich ihren Studienauftrag starteten auch entsprechend hoch. Denn der Platz in Oerlikon trug seinen Namen schon bevor er gebaut wurde. Den Auftrag erhielten das Architektenteam „Haerle Hubacher“ aus Zürich in Zusammenarbeit mit den Landschaftsarchitekten „Schweingruber Zulauf“ und „Zschokke Gloor“. Die dreieckige Form des Platzes veranlasste die Gestalter, die Geometrie weiterzudenken und diese auf den Boden zu übertragen. Somit befinden sich auf den rund 3'500 Betonplatten kleine weisse, graue und schwarze Dreiecke, deren Form die Dimensionen des Platzes in verkleinertem Massstab wiedergibt. Bill war ein Künstler, der in exemplarischer Weise Formen und Gegenstände untersucht hat. In seinem künstlerischen Werk spielte die geometrische Analyse von Dreieck, Quadrat, Kreis, Pyramide sowie von Würfel und Kugel eine zentrale Rolle. Der Platzentwurf bezieht sich nicht primär formal auf diesen bedeutenden Künstler, wohl versucht er aber, dessen Kultur der exakten Recherche als Methode einzusetzen. Der Max-Bill-Platz ist eine dreieckige «Restfläche», die aus den Überlagerungen von zwei Quartiergeometrien entstanden ist. Die Dreifarbigkeit des Plattenmusters lässt sich auf ein Grundmuster der Platonischen und Euklidischen Geometrie zurückführen. Durch die unterschiedliche farbige Belegung (schwarz, grau, weiss) der drei konstruierten Vierecksflächen entsteht der in der Fläche liegende, aber räumlich wirkende Kubus. Dieses geometrische Phänomen fand sehr früh in Mosaikböden seine Anwendung, z.B. in Pompei. Mit der Entdeckung der Perspektive in der Renaissance erfuhr das Muster eine grosse Verbreitung. 2007 zeichnete die Zeitschrift Hochparterre den Max-Bill-Platz in der Kategorie Landschaft mit einem goldenen Hasen aus.

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